Tante Emma . . .

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Tante Emma . . .

Die Schrift am Haus – verwittert blaß
sie zeigt uns wo’s gewesen
wo zwischen Gurkentopf und Bohnenfaß
stand der alte Tresen

Dahinter – vor der Ladenwand
stets freundlich und vergnüglich
die alte Emma Meyer stand
nie sah man sie betrüblich

Der kleine Laden – voll Dinge satt
wie wir sie uns nur träumten
wir drückten uns die Nasen platt
damit wir nichts versäumten

Es roch nach Kraut und süßen Sachen
nach Schmierseif’ und Petroleum
die Nasen konnten manchmal lachen
und manchmal zogen sie sich krumm

Updrööcht Bohnen – so vom Band
und Kandis lang am Faden
hier ging es noch von Hand zu Hand
in diesem kleinen Laden

Am linken End’ beim Fenstersims
da standen Kinderträume
so mitten zwischen Krams und Krims
die bunten Zuckerschäume

Wenn Mutter zu bezahlen pflegte
einmal an jedem Wochenschluß
Tant’ Emma Meyer vor uns legte
‘ne Tüte – voll mit Hochgenuß

Allein dies’ daran denken
und die Geruchsmischung im Sinn
kann Sehnsucht schon nach damals lenken
auch wenn ich hier und heute bin.

© ee

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Tante Emma auch zu finden bei mir   😉

nach zu lesen hier : https://worthaus.wordpress.com/2016/04/30/es-war-einmal/

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Getaggt mit

Erinnerungssuche.

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Erinnerungssuche.

Ich suchte der Kinderzeit fröhliche Spuren –
der Jugendzeit Zeichen von zärtlichem Tun,
wenn wir der Liebe Geheimnis erfuhren
und konnten vor Herzklopfen nachts nicht mehr ruh’n.

Ich suchte das freie, das herrliche Leben
auf den Wiesen zwischen Deichen und Meer –
wollt’ meiner Erinnerung Nachhilfe geben,
doch wo ich auch schaute – das Schauen blieb leer.

Vergitterte Strände –
die Deiche gekrönt mit Drahtverhau,
mit Kameras gesicherte Stahlbetonwände
und nichts zu sehen von Sand und Meerblau.

Ich hab’ mich gefragt wo bist du geblieben –
du friedliches Land am friesischen Watt,
von dem wir in unseren Ferien schrieben,
dass außer der Sprache auch die Fische ganz platt.

© ee

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Getaggt mit

Die Zeit

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Die Zeit.

Die Zeit in die Stunden der Zeit einbinden
Atem schöpfen wenn das Eilen versagt
einfach nur zu sich selber finden
einfach mal den Sinn hinterfragt

auch wenn die Antwort dir sinnlos erscheint
zweifele nicht am eignen Erkennen
denn dadurch das Zeit mit Zeit sich vereint
erspart WER dir nutzloses Rennen.

© ee

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Getaggt mit , ,

Wanderer.

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Wanderer.

Wanderer,
es gibt nicht Weg
noch Stock noch Stein –
es gibt nur Sein.

Wanderer,
es gibt nicht Erde,
es gibt nur Steg
der Ziel dann werde.

Geh’ nur hinüber – find’ das Leben,
das dir vom Schöpfer wurd‘ gegeben.
Tritt nur nicht fehl bevor’s erreicht,
sonst bist du schnell vom Tod gebleicht.

Liegst als Geripp’ an Weges Rand
mit gespenstisch’ knöchern’ Hand –
die nicht mehr greift, die nicht mehr packt,
weil gebleicht’ Gerippe nichts mehr zwackt.© ee

ewaldeden20-02-09

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Getaggt mit

Ein kleiner Zwanzigtonnenwal…

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Ein kleiner Zwanzigtonnenwal…

der nahm Kurs auf Rio
zum Karneval
er wollte einmal
am Zuckerhut Samba tanzen
wollt’ einmal vergessen
des Lebens Bedrücken
wollt’ Orgien feiern mit Wanzen und Mücken

wollt’ einmal
die Kaffeebraunen und Schönen
ganz zärtlich
mit seinen Flossen verwöhnen
er schwamm um den Globus
schwamm durch alle sieben Meere
bei Feuerland
da nahm er die letzte Kehre

doch als er in Rio angekommen
hat das Schicksal
ihm alle Freude genommen
der Karneval
er war längst schon zu Ende
was einzig ihm blieb
war eine lustlose Wende

© ee 2005

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Getaggt mit

Grenzen . . .

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Grenzen . . .

Was ist es das uns wortlos macht
ist es das Heut der Himmel lacht

oder ist es nur das Staunen
über unseres Schöpfers Launen

wir können forschen, spüren, machen,
erfinden schon die tollsten Sachen

viele Dinge dieser Welt
bekommen wir trotzdem nicht für Geld

auch wenn wir es nicht akzeptieren
und wenn wir noch soviel probieren

die Liebe bleibt ‘ne Himmelsmacht
die nur der Herrgott möglich macht.

© ee

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Getaggt mit ,

Die fliehende Nacht.

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Die fliehende Nacht.

Morgenluft und Frühlingsahnen –
Licht wie duftender Jasmin,
fällt in zitternd lichten Bahnen –
läßt Fühlen durch die Lüfte zieh’n.

Hier und da von Hauses Dächern,
oder aus dem Zweiggeäst,
weht’ wie Kühl’ von zarten Fächern
ein Tönen, das uns hoffen läßt.

Des neuen Tages erste Grüße
dringen in das lauschend Ohr –
gefüllt mit himmlischleichter Süße,
führen sie das Morgen vor.

© ee

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Getaggt mit ,

Im Meer des Schnupfens…

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Im Meer des Schnupfens…

Der Husten bellt die Nase läuft
es ist schon fast ein kleiner See

die Augen rot wie blühend Mohn
Tropfen und Pillen angehäuft

Kräuterbad und Salbeitee
warten nun seit Stunden schon

ringsum wie schwebend Wolkenfetzen
verteilt sich watteweich Papier

Tempos kaufen und benetzen
gurgeln mit gekochtem Bier

so ein Siebentageschnupfen
die Birne hohl wie leeres Faß

man möchte sich den Schädel lupfen
vom Schweiß der Buckel klitschenaß

man fühlt die Knochen alle doppelt
selbst da wo man gar keine hat

am besten ganz fest eingemoppelt
liegt man dann sieben Tage platt.

© ee

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Zeitwanderung.

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Zeitwanderung.

Es wanderten die Jahre durch Jahre
es raste Zeit durch die Zeit
hinterließen schmerzlich klare
Bilder der Vergangenheit

man hatte nicht Zeit zu betrachten
die Gegenwart während der Fahrt
es rächt sich wenn wir nicht achten
was Zeit im Zeitlauf um sich schart

es sind anfangs ganz kleine Dinge
wie Samenkörnchen im Grund
sie ziehen Kreise und Ringe
sie schleifen eckiges rund

der Unwille Köpfe zu drehen
zur Seit’ und nach hinten zu schau’n
läßt vieles einfach geschehen
läßt unrecht Tun Berge aufbau’n

bis dann die Woge des Meeres
den Kamm ihrer Höhe erreicht
und Menschenwerk einfach wie leeres
Strandgut von ihrer Liste streicht.

© ee

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Getaggt mit ,

Zwischen Tag und Morgentau . . .

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Zwischen Tag und Morgentau . . .

Zu Wasser wird der Reif der Nacht
er tröpfelt von den Bäumen
sobald die Sonn’ vom Schlaf erwacht
erweckt aus ihren Träumen

An allen Blättern blank es blitzt
wie Licht von tausend Kerzen
die Sonne durch die Zweige flitzt
das Dunkel auszumerzen

Es steigt zum Himmel wie ein Dom
der Odem kühler Nächte
wie Hauch von einem Riesengnom
aus dunkler Täler Schächte

Die Sonne taucht in gold’nes Blau
den neuen jungen Morgen
dem Tag klar in die Augen schau
verscheuch’ die alten Sorgen

© ee

Getaggt mit ,